Freundlieb am See | Phoenixsee
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Geschichte des Standortes | Das Planungsgebiet ist eine Teilfläche der mittelalterlichen Anlage der ca. 1290 erstmals erwähnten Hörder Burg. Der heute verrohrte Hörder Bach speiste damals die Burggräfte. Ein historischer Schwarzplan zeigt den städtebaulichen Zustand um 1840, als die Vorburg noch erhalten war und die heutige „Hörder Burgstraße“ geradlinig auf das Torhaus hinführte. Seitdem ist der Verlauf der Hörder Burgstraße trotz gravierender Umbauten im Stadtraum in der Lage unverändert.
Seit dem Ankauf des Burggeländes durch Dietrich Piepenstock wurde der Standort von der industriellen Entwicklung geprägt. Während das Hauptgebäude der Burg in seiner Grundrißkontur bis heute erhalten und erweitert wurde, ist von den umgebenden Gebäuden keines erhalten geblieben. Bis zum Bau der Verwaltungsbauten entlang der Hörder Burgstraße und des Westflügels in den Jahren 1900 / 1922 fielen das historische Torhaus und weitere Nebengebäude der Umstrukturierung zum Opfer.
Aktuelle städtebauliche Rahmenbedingungen | Im Rahmen des im Jahre 2000 beschlossenen Strukturwandels wird derzeit mit der Umwandlung der ehemaligen Industriefläche in den Grünraum des Phoenixsees eine weitere grundlegende Umgestaltung vorangetrieben. Ein Bebauungsplan ist in Aufstellung.
Für das Baufeld zwischen geplantem Hafenbecken und der bestehenden Altstadt von Hörde in direkter Nachbarschaft zur Hörder Burg ist eine offene, vier- bis fünfgeschossige Bauweise (Kerngebiet) vorgesehen. Das vorhandene Verwaltungsgebäude aus industrieller Zeit steht zur Disposition.

Entwurfskonzept | Grundgedanke des Bebauungskonzeptes ist eine Sichtbarmachung der historischen Zusammenhänge durch eine erneute städtebauliche Definition der Hörder Burgstraße, also eine Wiederherstellung der historischen Torsituation. Die Ziele des Bebauungsplanes wie offene Stadträume und Wegeverbindungen zum See werden umgesetzt. Das Bebauungskonzept sieht drei Bauabschnitte vor. Der erste Bauabschnitt liegt im östlichen Bereich des Baufeldes zum zukünftigen See hin. Er ist in seiner trapezförmigen Grundfläche so gewählt, daß eine Überbauung des derzeit verrohrten Hörder Baches vermieden wird. Durch die Lage weitgehend innerhalb der Gebäudekontur des vorhandenen Verwaltungsgebäudes wird der Eingriff in die Denkmalschutz-Verdachtsfläche minimiert.
Das geplante viergeschossige Gebäude soll die Verwaltung der über 100 Jahre in Hörde ansässigen Bauunternehmung Freundlieb mit einer Bruttogeschoßfläche von ca. 2.600qm aufnehmen. Ein zum See hin ausgerichteter aufgeständerter Baukörper bietet Raum für Konferenzen und multifunktionale Veranstaltungen. Das zweigeschossige Foyer ist zum Eingang der Burg und zur Hörder Burgstraße / Faßstraße hin orientiert. Bereits im ersten Bauabschnitt werden alle Vorkehrungen für eine spätere Anbindung einer Tiefgarage getroffen.
Nach Rückbau der Kanaltrasse (Hörder Bach) kann frühestens der zweite Bauabschnitt realisiert werden. Im Zuge dieser Baumaßnahme kann der erste Bauabschnitt an die unterirdische Garagenanlage angebunden werden, die Zufahrt ist von der Hörder Burgstraße vorgesehen. Besucherstellplätze werden oberirdisch in das Freiraumkonzept integriert.
Der dritte Bauabschnitt wird im nördlichen Grundstücksbereich angeordnet.
Energiekonzept | Das Green-Building-Planungskonzept verfolgt mit Blick in die Zukunft den Gedanken der Nachhaltigkeit. Es ist geplant, das Büro- und Verwaltungsgebäude nach dem DGNB-Standard (Deutsches Gütesiegel Nachhaltiges Bauen) zu konzipieren.
Materialkonzept | Das in dieser Konzeptstudie für den viergeschossigen Hauptbaukörper gewählte Fassadenmaterial aus hellem Naturstein orientiert sich an der gegenüberliegenden Vorburg. Trotz der Eigenständigkeit des geplanten Gebäudes wird so eine harmonische Platzwirkung erreicht. Einzelne ausgestellte Fensterelemente erzeugen ein lebendiges Schatten-Wechselspiel. Der aufgeständerte Konferenzbereich ist dynamisch auf das Hafenbecken ausgerichtet.











